Wer sich mit dem Laden eines Elektroautos beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe wie Mode 2, Mode 3 und Typ 2. Gerade diese Bezeichnungen werden häufig verwechselt. Dabei beschreiben sie unterschiedliche Dinge: Während Typ 2 ein Stecksystem bezeichnet, geben Mode 2 und Mode 3 an, auf welche Weise das Elektrofahrzeug mit dem Stromnetz beziehungsweise der Ladeeinrichtung verbunden und geladen wird.
Der Unterschied ist vor allem dann wichtig, wenn entschieden werden soll, ob das Elektroauto beispielsweise an einer Haushaltssteckdose, einer CEE-Steckdose, einer Wallbox oder einer öffentlichen Ladesäule geladen werden soll. In diesem Ratgeber erklären wir, was der Unterschied zwischen Mode 2 und Mode 3 Ladekabeln ist und welche Ladelösung für welchen Einsatz geeignet ist.
Was bedeuten Mode 2 und Mode 3 beim Laden eines Elektroautos?
Die Bezeichnungen Mode 2 und Mode 3 beschreiben unterschiedliche Ladebetriebsarten für Elektrofahrzeuge. Sie legen unter anderem fest, wie Fahrzeug und Stromversorgung miteinander verbunden sind und wo sich die für den kontrollierten Ladevorgang notwendige Steuerungs- und Schutztechnik befindet.
Vereinfacht lässt sich der Unterschied so zusammenfassen:
- Mode 2: Das Elektroauto wird über ein mobiles Ladegerät an eine geeignete Steckdose angeschlossen. Die Kontroll- und Schutztechnik befindet sich im mobilen Ladekabel beziehungsweise in der integrierten Kontrollbox.
- Mode 3: Das Elektroauto wird an einer fest installierten Ladeeinrichtung wie einer Wallbox oder öffentlichen AC-Ladestation geladen. Fahrzeug und Ladepunkt werden beispielsweise über ein Typ-2-Ladekabel verbunden.
Welche Ladeart benötigt wird, hängt deshalb vor allem davon ab, welche Stromversorgung beziehungsweise Ladeinfrastruktur am jeweiligen Standort zur Verfügung steht.
Was ist ein Mode-2-Ladekabel?
Beim Mode-2-Laden wird das Elektrofahrzeug über ein mobiles EV-Ladegerät mit einer geeigneten Steckdose verbunden. Je nach Ausführung kann dies beispielsweise eine Schutzkontakt- oder CEE-Steckdose sein.
Zwischen Netzanschluss und Fahrzeug befindet sich eine Kontroll- und Schutzeinrichtung. Häufig wird dafür die Bezeichnung ICCB – In-Cable Control Box beziehungsweise IC-CPD verwendet. Sie übernimmt während des Ladevorgangs wichtige Steuerungs- und Schutzfunktionen.
Ein Mode-2-Ladegerät besteht deshalb nicht nur aus einem einfachen Kabel mit unterschiedlichen Steckern. Die integrierte Elektronik ermöglicht die kontrollierte Verbindung zwischen Stromanschluss und Fahrzeug.
Wo wird Mode 2 eingesetzt?
Mode 2 eignet sich insbesondere für Situationen, in denen keine fest installierte Wallbox zur Verfügung steht und stattdessen eine vorhandene geeignete Steckdose genutzt werden soll.
Typische Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise:
- Laden über eine geeignete Schutzkontakt-Steckdose
- Laden über eine geeignete CEE-Steckdose
- flexibles Laden an unterschiedlichen privaten Standorten
- mobile Ladelösung für unterwegs
- zusätzliche Lademöglichkeit neben einer stationären Wallbox
Welche Ladeleistung möglich ist, hängt dabei unter anderem vom verwendeten Netzanschluss und vom eingesetzten Ladegerät ab.
Mode 2 über Schutzkontakt-Steckdose
Soll das Elektroauto an einer geeigneten Haushaltssteckdose geladen werden, kann ein dafür ausgelegtes Mode-2-Ladegerät verwendet werden.
Das tragbare EV-Ladegerät Typ 2 Schutzkontakt von brennenstuhl® ermöglicht beispielsweise einphasiges Laden mit maximal 10 A beziehungsweise 2,3 kW. Die Kontroll- und Schutztechnik ist dabei in das mobile Ladegerät integriert.
Da beim Laden eines Elektroautos über längere Zeit eine vergleichsweise hohe elektrische Belastung entsteht, müssen Steckdose und Elektroinstallation für den vorgesehenen Einsatz geeignet sein.
Mode 2 über CEE-Steckdose
Steht eine geeignete CEE-Steckdose zur Verfügung, kann ebenfalls ein entsprechendes Mode-2-Ladegerät eingesetzt werden.
Das EV-Ladegerät Typ 2 CEE von brennenstuhl® ermöglicht beispielsweise dreiphasiges Laden mit bis zu 11 kW. Der Netzanschluss erfolgt über einen CEE-Stecker, während auf der Fahrzeugseite eine Typ-2-Kupplung zum Einsatz kommt.
Dadurch lässt sich ein Elektroauto auch ohne fest installierte Wallbox mit einer höheren Ladeleistung laden, sofern die vorhandene Elektroinstallation und das Fahrzeug dafür geeignet sind.
Was ist ein Mode-3-Ladekabel?
Mode 3 beschreibt das Laden an einer speziell für Elektrofahrzeuge vorgesehenen, fest installierten Ladeeinrichtung. Dazu zählen insbesondere Wallboxen und öffentliche AC-Ladestationen.
Bei einer Ladestation mit Typ-2-Steckdose wird das Fahrzeug über ein Mode-3-Ladekabel mit dem Ladepunkt verbunden. Die Steuerung des Ladevorgangs erfolgt in Verbindung mit der fest installierten Ladeeinrichtung und dem Fahrzeug.
Die Typ-2-Ladekabel von brennenstuhl® sind beispielsweise Mode-3-Ladekabel mit Typ-2-Verbindung auf beiden Seiten. Sie sind für das AC-Laden an geeigneten Wallboxen und öffentlichen Ladestationen vorgesehen.
Wo wird Mode 3 eingesetzt?
Typische Einsatzbereiche für Mode 3 sind:
- private Wallboxen mit Typ-2-Steckdose
- Wallboxen in Tiefgaragen und Firmengebäuden
- öffentliche AC-Ladestationen mit Typ-2-Steckdose
- AC-Ladepunkte auf Parkplätzen oder in Parkhäusern
Ist an der Wallbox bereits ein festes Ladekabel vorhanden, wird selbstverständlich kein zusätzliches Mode-3-Ladekabel benötigt. Bei einer Wallbox oder öffentlichen AC-Ladestation mit Typ-2-Buchse wird dagegen ein eigenes passendes Typ-2-Ladekabel verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen Mode 2 und Mode 3 Ladekabel?
Der wichtigste Unterschied besteht darin, an welche Art von Stromversorgung beziehungsweise Ladeeinrichtung das Elektroauto angeschlossen wird.
| Mode 2 | Mode 3 | |
|---|---|---|
| Anschluss | Geeignete Schutzkontakt- oder CEE-Steckdose | Wallbox oder öffentliche AC-Ladestation |
| Ladeeinrichtung | Mobiles EV-Ladegerät | Fest installierte Ladeinfrastruktur |
| Kontrolltechnik | Im mobilen Ladegerät integriert, z. B. ICCB | Bestandteil der Ladeinfrastruktur und Kommunikation mit dem Fahrzeug |
| Fahrzeuganschluss | Je nach Ladegerät beispielsweise Typ 2 | In Europa häufig Typ 2 |
| Typischer Einsatz | Flexibles Laden ohne fest installierte Wallbox | Regelmäßiges Laden an Wallbox und AC-Ladesäule |
| brennenstuhl® Lösungen | Mobiles Schuko- oder CEE-Ladegerät | Typ-2-Ladekabel mit 11 oder 22 kW |
Mode 2 und Mode 3 sind deshalb keine unterschiedlichen Qualitätsstufen eines Ladekabels. Vielmehr handelt es sich um unterschiedliche Ladesysteme für verschiedene Einsatzsituationen.
Ist Typ 2 das Gleiche wie Mode 2 oder Mode 3?
Nein. Typ 2 und Mode 2 beziehungsweise Mode 3 beschreiben unterschiedliche Eigenschaften des Ladesystems.
Typ 2 bezeichnet die Steckverbindung zwischen Ladekabel, Ladeeinrichtung und Elektrofahrzeug.
Mode 2 und Mode 3 beschreiben dagegen die Ladebetriebsart.
Deshalb kann auch ein Mode-2-Ladegerät auf der Fahrzeugseite über eine Typ-2-Kupplung verfügen. Das macht es jedoch nicht zu einem klassischen Mode-3-Typ-2-Ladekabel.
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied:
- CEE-Steckdose → mobiles Ladegerät mit ICCB → Typ-2-Anschluss am Auto: Mode 2
- Wallbox mit Typ-2-Steckdose → Typ-2-Ladekabel → Typ-2-Anschluss am Auto: Mode 3
Der Typ-2-Stecker allein sagt also noch nicht aus, ob mit Mode 2 oder Mode 3 geladen wird.
Kann ich ein Typ-2-Ladekabel an Starkstrom anschließen?
Ein klassisches Mode-3-Typ-2-Ladekabel kann nicht direkt an eine CEE- beziehungsweise Starkstromsteckdose angeschlossen werden. Es ist für die Verbindung zwischen dem Elektroauto und einer dafür vorgesehenen Ladeeinrichtung wie einer Wallbox oder öffentlichen AC-Ladestation ausgelegt.
Wer sein Elektroauto an einer CEE-Steckdose laden möchte, benötigt stattdessen ein dafür vorgesehenes mobiles Mode-2-Ladegerät. Dieses enthält die notwendige Kontroll- und Schutztechnik und stellt die Verbindung zwischen CEE-Anschluss und Fahrzeug her.
Ein mobiles CEE-Ladegerät mit Typ-2-Fahrzeuganschluss darf deshalb nicht mit einem normalen Typ-2-Mode-3-Ladekabel verwechselt werden.
CEE auf Typ 2: Was brauche ich zum Laden?
Steht eine passende CEE-Steckdose zur Verfügung und soll ein Elektroauto mit Typ-2-Anschluss geladen werden, wird ein dafür ausgelegtes mobiles EV-Ladegerät benötigt.
Beim EV-Ladegerät Typ 2 CEE von brennenstuhl® befindet sich auf der Netzseite ein CEE-Anschluss und auf der Fahrzeugseite eine Typ-2-Kupplung. Die dazwischenliegende ICCB übernimmt die notwendigen Kontroll- und Schutzfunktionen.
Ein einfacher Adapter zwischen CEE-Steckdose und einem gewöhnlichen Mode-3-Typ-2-Ladekabel ersetzt diese Funktion nicht.
Kann ich ein Mode-2-Ladekabel an einer Wallbox verwenden?
Eine Wallbox ist eine speziell für das Laden von Elektrofahrzeugen vorgesehene Ladeeinrichtung. Besitzt sie eine Typ-2-Steckdose, wird dafür üblicherweise ein passendes Mode-3-Typ-2-Ladekabel verwendet.
Ein mobiles Mode-2-Ladegerät für Schutzkontakt oder CEE ist für einen anderen Anwendungsfall vorgesehen und wird deshalb nicht einfach anstelle eines Mode-3-Kabels an einer Typ-2-Wallbox eingesetzt.
Kann ich ein Mode-3-Ladekabel an einer öffentlichen Ladesäule verwenden?
Ja, sofern die öffentliche AC-Ladestation über eine passende Typ-2-Steckdose verfügt. In diesem Fall verbindet ein Mode-3-Typ-2-Ladekabel die Ladestation mit dem Fahrzeug.
Wie hoch die tatsächliche Ladeleistung ausfällt, hängt dabei nicht nur vom Kabel ab. Entscheidend sind auch die maximale AC-Ladeleistung des Fahrzeugs und die vom Ladepunkt bereitgestellte Leistung.
Typ-2-Ladekabel gibt es deshalb beispielsweise für unterschiedliche maximale Ladeleistungen wie 11 kW und 22 kW.
Mode 2 oder Mode 3: Welche Ladelösung brauche ich?
Welche Ladebetriebsart benötigt wird, lässt sich vor allem anhand des vorhandenen Anschlusses bestimmen.
Ich möchte an einer Haushaltssteckdose laden
Dafür wird ein geeignetes Mode-2-Ladegerät für Schutzkontakt benötigt. Die Kontroll- und Schutzeinrichtung befindet sich im mobilen Ladegerät.
Ich möchte an einer CEE-Steckdose laden
Hierfür wird ein geeignetes Mode-2-Ladegerät mit CEE-Anschluss benötigt. Je nach Ausführung und Anschluss kann damit eine höhere Ladeleistung als über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose möglich sein.
Ich möchte an meiner Wallbox laden
Besitzt die Wallbox eine Typ-2-Steckdose und kein fest angeschlagenes Ladekabel, kommt ein passendes Mode-3-Typ-2-Ladekabel zum Einsatz.
Ich möchte an einer öffentlichen AC-Ladesäule laden
Bei einer öffentlichen AC-Ladestation mit Typ-2-Buchse wird ebenfalls ein entsprechendes Mode-3-Typ-2-Ladekabel benötigt.
Ich möchte an einer DC-Schnellladestation laden
Das DC-Schnellladen gehört nicht zu Mode 2 oder Mode 3. Hier kommt eine andere Ladebetriebsart zum Einsatz. Das dafür notwendige Ladekabel ist an öffentlichen DC-Schnellladestationen in der Regel bereits fest mit der Ladestation verbunden.
Mode 2 oder Mode 3 auf einen Blick
| Ladesituation | Passende Lösung | Lademodus |
|---|---|---|
| Schutzkontakt-Steckdose | Mobiles EV-Ladegerät Schutzkontakt | Mode 2 |
| CEE-Steckdose | Mobiles EV-Ladegerät CEE | Mode 2 |
| Wallbox mit Typ-2-Buchse | Typ-2-Ladekabel | Mode 3 |
| Öffentliche AC-Ladestation mit Typ-2-Buchse | Typ-2-Ladekabel | Mode 3 |
| Öffentliche DC-Schnellladestation | Fest angeschlagenes DC-Ladekabel | DC-Laden |
Mode 2 vs. Mode 3: Welche Lösung ist besser?
Mode 2 und Mode 3 lassen sich nicht pauschal in eine bessere und eine schlechtere Lösung einteilen. Beide Ladebetriebsarten sind für unterschiedliche Anwendungsfälle vorgesehen.
Mode 2 bietet vor allem Flexibilität, wenn an einer geeigneten Schutzkontakt- oder CEE-Steckdose geladen werden soll und keine fest installierte Wallbox vorhanden ist.
Mode 3 ist dagegen die passende Ladebetriebsart, wenn eine fest installierte Wallbox oder öffentliche AC-Ladestation genutzt wird.
Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, welcher Modus grundsätzlich besser ist, sondern wo das Elektroauto geladen werden soll und welche Ladeinfrastruktur dort vorhanden ist.
Wer an einer Steckdose laden möchte, benötigt eine passende mobile Mode-2-Lösung. Wer dagegen eine Wallbox oder öffentliche AC-Ladestation mit Typ-2-Steckdose nutzt, greift zu einem entsprechenden Mode-3-Typ-2-Ladekabel.